Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage

Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage Kreosotimprägnierte Pfähle in Deutschland nutzen: die aktuelle Rechtslage

Kreosotimprägnierte Pfähle werden, aufgrund ihrer Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit, für Koppelzäune sowie im Obst- und Weinbau besonders gerne genutzt.

Vor einigen Monaten wurden die deutschen Vorschriften in Bezug auf die Zulassung und Anwendung von Kreosot angepasst. Wie die Rechtslage in Deutschland bzw. in Europa momentan aussieht und welche Konsequenzen sie für Pferdebesitzer, Obst- und Weinbauern birgt, können Sie hier nachlesen.

25. April 2017 – BAuA zur Zulassung von Kreosot in Deutschland

Am 25. April 2017 erteilte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen Bescheid zur Zulassung von Kreosot in Deutschland. Daraus können, aus Sicht von Pferdebesitzern, Obst- und Weinbaubetrieben, verschiedene Schlüsse gezogen werden.

Wichtigste Änderung: die Verwendung von Kreosot ist in Deutschland für Imprägnierbetriebe abgelehnt. Dies gilt sowohl für vollgetränkte, als auch für fußgetränkte Pfähle.

Konkret bedeutet dies für holzbearbeitende Unternehmen, dass das Produkt 180 Tage nach dem Zeitpunkt der Entscheidung nicht mehr auf dem Markt bereitgestellt werden darf. Hinzu kommt, dass die Kreosot-Lagerbestände bis zu 365 Tage nach dem Zeitpunkt der Entscheidung verwendet werden dürfen. Ab dem 26. April 2018 dürfen deutsche Pfahl- und Stangenhersteller also kein Kreosot mehr verarbeiten.

Für Pferdebesitzer, Wein- und Obstbauern bedeutet diese Entscheidung aber nicht, dass die Nutzung von kreosotimprägnierten Pfählen und Stangen untersagt ist.

Die europäische Situation: verschiedene Gesetzgebungen

In der europäischen Union besitzt jeder Mitgliedsstaat eine eigene zuständige Stelle, die verschiedene Zeitpläne und Prioritäten setzen. Mehrere Mitgliedsstaaten (u.a. Irland, Österreich, Schweden und Polen) haben mittlerweile eine offizielle Entscheidung im Kreosot-Dossier getroffen. In anderen Ländern ist der Entscheidungsprozess in vollem Gange.

Auf europäischer Ebene wird die Situation vor allem durch zwei Gesetzestexte geregelt.

Die Verordnung über Biozidprodukte (BPR, Verordnung (EU) Nr. 528/2012)

Die BPR regelt das Inverkehrbringen und die Verwendung von Biozidprodukten. Dabei muss jedes Produkt zugelassen und seine Inhaltsstoffe genehmigt werden. Die Genehmigung der Produkte findet also auf europäischer Ebene statt, während die Zulassung auf dem nationalen Markt den Mitgliedsstaaten überlassen ist.

Zudem schreibt die BPR die Kennzeichnung, sowie die Importregeln in Bezug auf die Wirkstoffe vor. So müssen zum Beispiel alle aktiven Bestandteile des Wirkstoffes, mit dem das Holz bearbeitet wurde, durch die europäische Union zum Holzschutz zugelassen sein.

Jedoch verordnet die BPR kaum Regeln hinsichtlich des Verkehres behandelter Güter zwischen Mitgliedsstaaten oder dem Import aus nicht-EU Ländern. Lediglich müssen die Vorgaben im Bereich der Produkt-Kennzeichnung eingehalten werden.

Hier greift also eine zweite europäische Verordnung.

Die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-Verordnung)

Die REACH-Verordnung ist eine europäische Chemikalienverordnung. Ihre Anlage XVII gibt Verwendungsbeschränkungen für kreosotimprägniertes Holz vor:

„Für [...] in industriellen Anlagen oder zu gewerblichen Zwecken behandeltes Holz, das zum ersten Mal in Verkehr gebracht wird oder vor Ort wieder behandelt wird, gilt: Die Verwendung ist ausschließlich für gewerbliche und industrielle Zwecke erlaubt (z. B. Eisenbahn, Stromtransport, Telekommunikation, Zäune, für landwirtschaftliche Zwecke - etwa Baumstützen -, Häfen, Wasserwege).“

Laut REACH-Verordnung dürfen Obst- und Weinbaubetriebe also kreosotimprägnierte Pfähle im Rahmen ihrer Tätigkeiten nutzen.

Konkret: Was bedeutet das für Obst- und Weinbauern?

Aus beiden europäischen Gesetzestexten lässt sich schlussfolgern, dass Holz, welches in einem Mitgliedstaat gemäß der nationalen Zulassung mit Kreosot bearbeitet wurde, in einen Mitgliedsstaat importiert und dort verwendet werden darf, solange die Verwendung den Vorgaben der REACH-Verordnung entspricht.

Da die Ablehnung der BAuA sich auf das Biozid und nicht auf behandelte Waren bezieht, gilt der freie Warenverkehr weiterhin. Pfähle und Stangen, die in einem anderen Land kreosotimprägniert wurden, dürfen dementsprechend immer noch in Deutschland verwendet werden – natürlich unter der Bedingung, dass alle aufgelisteten Regelungen und Verordnungen eingehalten werden.

DURAPost, hochqualitative Pfähle für den Obst- und Weinbau

Das belgische Unternehmen Peter Müller stellt seit mehr als 40 Jahren Pfähle für den Obst- und Weinbau her. Diese werden auf ganzer Länge getrocknet und optimal imprägniert, sodass sie während der gesamten Bepflanzungszeit erhalten bleiben. Bei der Imprägnierung wird Kreosot des Typ C verwendet, dessen Phenol-Gehalt und Benzoapyren-Wert weit unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegen. Salzimprägnierte und fußgetränkte Pfähle gehören ebenfalls zum DURAPost-Sortiment.

DURAPost-Pfähle sind in allen möglichen Längen und Dimensionen für jeden Obsttyp und jede Anbauart erhältlich. Sie werden in Belgien hergestellt und weltweit LKW-weise geliefert. Kreosotimprägnierte DURAPost-Pfähle dürfen nach dem 25. April 2018 weiterhin in deutschen Obst- und Weinbaugebieten genutzt werden.

Gerne erstellen die belgischen Experten ein individuelles und unverbindliches Angebot!

Angebotsanfrage